Bio. Natürlich !

Warum Biolebensmittel kaufen? Weil es besser schmeckt? Oder weil es gerade "in" ist?

In einschlägigen Medien werden Biolebensmittel oft nach dem Geschmack beurteilt. Man lässt irgendwelche Personen verkosten, ob Bio besser schmeckt. Doch eine Biokartoffel oder Biokarotte kann, muß aber nicht immer besser schmecken als die konventionelle Variante. Zudem kommt es auf die Eßgewohnheiten der Tester an. Wer Fertignahrung mit vielen Aromastoffen, Geschmacksverstärkern und anderem Zeugs gewöhnt ist, findet den echten Geschmack von natürlichen Lebensmitteln fad. In Blindtests konnten viele Schulkinder keine Pfirsiche von Birnen geschmacklich unterscheiden.

In der Regel bekommen Sie aber mit Bioprodukten eine wesentlich höhere Qualität, bei tierischen Produkten auf jeden Fall.

Bio hat viel wichtigere Gründe als den Geschmack

Es geht um nichts geringeres als unsere Gesundheit, die Bewahrung natürlicher Resourcen für unsere Nachkommen, und um den respektvollen Umgang mit Tieren. Kurz und knapp: Um das Leben auf unserem Planeten lebenswert zu erhalten. Klingt pathetisch, ist aber zutreffend.

Die konventionelle Landwirtschaft, staatlich gefördert und subventioniert, ist nur auf hohen Ertrag ausgerichtet. Möglichst jedes Jahr noch mehr. Dabei wird Raubbau am Boden, Einsatz von Giften und künstlichen Düngern, Tierquälerei, unnatürliches Futter, Gentechnik, enormer Verbrauch von Erdöl (-> Dieselruß), und vieles andere mehr hingenommen. Freilich ist das nicht die Schuld des einzelnen kleinen Bauern, sondern dem Zusammenspiel von landwirtschaftlichen Großbetrieben, Bauernverbänden, Industrie, Großhandel, und nicht zuletzt Spekulanten am Finanzmarkt. Doch etliche Biobauern haben bereits erfolgreich gezeigt, wie man sich diesem ruinösen System entziehen kann. Auch wir Kunden sind nicht darauf angewiesen, alles zu essen, was uns die Nahrungsindustrie vorsetzt, sondern wir haben die Wahl. Welche Gründe gibt es, Bio zu kaufen?

Bio statt Tierquälerei

Haben Sie sich in ländlichen Gebieten schon mal gewundert, wo die Milchkühe abgeblieben sind? In Werbeanzeigen sieht man glückliche Kühe auf der Weide, die der Bauer abends in den Stall zum Melken holt. Dieses Bild werden Sie heute kaum noch in natura zu sehen bekommen. Kälber dürfen zwar noch auf die Weide, aber sobald sie alt genug sind, kommen sie in den Stall, werden künstlich besamt und beginnen ihre Laufbahn als Gebär- und Milchmaschine. Dabei stehen sie zu Dutzenden oder Hunderten in Reih und Glied, ohne Sonnenlicht, können sich kaum bewegen, sind oft angebunden. Vorne Futter rein, unten Milch raus, hinten die Fäkalien. Ein paar Medikamente und Hormone erhöhen die Milchproduktion. Womöglich weht ihnen noch Dieselruß um die Nase, wenn der Bauer mit dem Traktor in den Stall fährt. Wer schon einmal gesehen hat, wie sich Kühe auf der Weide natürlicherweise verhalten, wie sie gern springen und rennen, sich gegenseitig beschnuppern und abschlecken, dem tut es im Herzen weh, diese armseligen Kreaturen im Fabrikstall zu sehen. Natürlich hat diese Milch ganzheitlich betrachtet kaum Nährwert, im Gegenteil. Und der Gang zum Schlachter nach ein paar Jahren mag für manche Kuh eine Erlösung sein. Wollen Sie dieses Fleisch mit seiner negativen Energie essen?

Es gibt schon ein paar kleinere Bauernhöfe, die versuchen es besser zu machen. Mit weniger Kühen und etwas Auslauf. Ein guter Ansatz, doch insgesamt zu wenig. Nur flächendeckende ökologische Viehwirtschaft bringt eine grundlegende Wende.

Schweine, Hühner, Puten usw. erleiden oft noch schlimmere Quälerei. Die furchtbaren Bilder von Hühnerfarmen und Schweinezuchtfabriken sind bekannt, ich möchte das hier gar nicht weiter ausmalen.

Milch, Eier, Fleisch und andere Produkte so gequälter Tiere haben eine mindere Qualität. Nicht nur die im Labor messbaren Parameter, auch die energetische/spirituelle Wirkung ist negativ, wenn wir uns davon ernähren. Um das zu ändern muß man kein Vegetarier werden, bereits die Urvölker ernährten sich auch von Fleisch und anderen Tierprodukten. Doch sie haben die Tiere nie so gequält und ausgebeutet wie das heute geschieht. Biologische, ökologische, achtvolle Tierhaltung kann dies ändern. Nur die Nachfrage nach natürlich erzeugten tierischen Produkten ändert etwas in der Tierhaltung.

Bio statt Gift

Die industrialisierte Landwirtschaft bringt weltweit flächendeckend enorme Mengen von Giftstoffen in die Umwelt, vom Dieselruß bis zu Pestiziden und anderem. In den letzten ca. 100 Jahren geriet dieser Wirtschaftszweig in einen Strudel von Ertragsmaximierung und Rationalisierung, wodurch sich erst die "konventionelle" Landwirtschaft bildete. Hier sieht man schon den sprachlichen Fehler. Konventionell bedeutet nämlich "herkömmlich" oder "hergebracht", was hier überhaupt nicht zutrifft. Früher war im Prinzip jeglicher Landbau Bio, die neuen Formen müsste man korrekterweise Industrielandwirtschaft o.ä. nennen.

Jedenfalls brachte dieser Wandel mit sich, flächendeckend Giftstoffe gegen Schädlinge, Unkräuter, Pilze usw. einzusetzen. Kein Wunder, denn riesige Monokulturen ohne Fruchtfolgewechsel und Brachezeit fördern die Aubreitung von allem, was die Ernte beeinträchtigen könnte.

Die Chemieindustrie im Einklang mit Landmaschinenherstellern war schnell mit anscheinend einfachen Lösungen zur Hand. Aufsprühen, fertig. Daraus folgten so gefährliche Mittel wie DDT und E605, aktuell ist Glyphosat der Renner. Viel zu spät reagierte man auf die schädlichen, sogar tödlichen Folgen. Die Masche ist immer die gleiche: Verleugnen und Gewinne abschöpfen bis es nicht mehr geht. Das Verbot setzt aber meistens viel zu spät ein, wenn überhaupt. Auch wenn heute angeblich harmlosere Stoffe verwendet werden, hat sich am Prinzip nichts geändert. Auch die großen Chemiekeulen galten lange als völlig unbedenklich. Heute müssen wir das Bienensterben zur Kenntnis nehmen. Was kommt noch?

Grenzwerte sind schön und gut, werden jedoch in vielen Fällen nicht eingehalten oder gar nicht erst kontrolliert. Was viele verschiedene Giftstoffe, jedes einzelne für sich natürlich unterhalb des Grenzwertes, als Cocktail in unserem Körper anrichten, ist kaum bekannt. Man kann es sich aber ausmalen. Zumal viele Gifte sich im Körper anreichern und nicht einfach in Luft auflösen. Der schädliche Einfluß vieler Gifte auf das biologische Gleichgewicht, also die Biodiversität, ist ein weiterer Grund zur Sorge. Werden unsere Enkel und Urenkel noch gesunde Nahrung auf diesen Böden ernten können?

Bio statt Gentechnik

Gentechnik ist ein Kapitel für sich, ich möchte es hier nur kurz streifen. Gentechnik steht für rücksichtloses Geldverdienen von großen Konzernen (Stichwort Monsanto), hohen Einsatz von Gift, das Abhängigmachen der Bauern von diesen Konzernen, das Aussterben bewährter Pflanzensorten, und für unbekannte Risiken für unsere Gesundheit.

Einige Gentechnikfirmen versuchen durch massive Lobbyarbeit, diverse Tricks, Patente, Gesetze und Knebelverträge im Prinzip die Weltherrschaft über die Nahrungserzeugung zu erlangen. Bereits jetzt gelangt genmanipulierte Nahrung durch die Hintertür auf unseren Teller, z.B. über Tierfutter. Es ist 5 vor Zwölf um das Ruder noch herumzureißen. Nur die biologische Landwirtschaft garantiert uns weiterhin patentfreie, unmanipulierte, gesunde Nahrung. Entsprechend engagierte Biobauern haben es nicht leicht und verdienen unseren höchsten Respekt und Unterstützung.

Hin und wieder werden Sie den Begriff "grüne Gentechnik" hören. Obwohl das Wort "grün" uns Natur und Gesundheit suggeriert, handelt es sich hier wieder um ein Täuschungsmanöver. Gentechnik bleibt Gentechnik, und hat mit grün, gesund, natürlich und Bio so viel zu tun wie ein Fisch mit einem Fahrrad.

Bio zur Erhaltung der Erde

Es dürfte bis hier klar geworden sein, daß die Erde diese Behandlung durch industrielle Landwirtschaft nicht lange ertragen kann. Noch profitieren wir von den erstaunlichen Reparaturmechanismen der Erde, irgendwann sind diese erschöpft. Was dann?

Bodenverdichtung durch den Einsatz immer größerer Maschinen, dadurch wird das Einsickern des Regenwassers behindert. Monokulturen ohne schützende Hecken und Bäume an den Feldrändern fördern die Bodenerosion, d.h. die Humusschicht wird nach und nach weggeschwemmt oder -geweht. Zu tiefes und häufiges Pflügen schädigt wichtige Lebewesen im Boden, wie z.B. Regenwürmer. Über Giftstoffe haben wir bereits gesprochen. Ausgeräumte Landschaften berauben Vögel, Insekten und Kleinstlebewesen ihres Lebensraums. Was wenn es keine Bienen mehr zur Bestäubung gibt?

Viel könnte noch gesagt werden. Fest steht, nur durch eine Rückkehr zu natürlicher Landwirtschaft kann die Menschheit auch in Zukunft gesund und ausreichend ernährt werden. Dabei dürfen ruhig auch moderne Mittel eingesetzt werden, keiner wird mehr mit dem Ochsen pflügen wollen. Doch sämtliche Maschinen müssen so konstruiert sein, daß sie keinen Schaden anrichten (Lärm, Abgase, Verbrauch von Erdöl) und einer gesunden Umwelt dienlich sind, nicht umgekehrt. Zugegeben, hier steckt auch die Biolandwirtschaft noch in den Kinderschuhen. Dafür ist ihr Maschineneinsatz wesentlich geringer, was schon einmal Vorteile bringt.

Bio ist mehr

Nun sollte deutlich geworden sein, daß es beim Kauf von Bionahrungsmitteln nicht in erster Linie um besseren Geschmack geht, nicht um eine Erscheinung des Zeitgeistes ("in" sein wollen) oder um ein paar teure Leckerlis für eine Elite, sondern um eine grundlegende Existenzfrage. Noch mal: Es geht um nichts geringeres als unsere Gesundheit, die Bewahrung natürlicher Resourcen für unsere Nachkommen, und um den respektvollen Umgang mit Tieren. Kurz und knapp: Um das Leben auf unserem Planeten lebenswert zu erhalten.

Ich würde mir wünschen, daß wir eines Tages auf sämtliche Biosiegel verzichten könnten, natürliche Nahrung einfach als Lebensmittel verkaufen, und umgekehrt auf die industriell erzeugten entsprechende Warnhinweise anbringen würden.

"Ich habe kein Geld für Bio"

Zugegeben, Bionahrung ist etwas teurer. Wenn wir aber bedenken, daß der Durchschnittsbürger viel zu viele Milchprodukte und relativ große Mengen Fleisch konsumiert, lässt sich hier bereits sparen. Weniger Milchprodukte und weniger Fleisch, dafür aber hochwertig, kosten unterm Strich dasselbe.

Mein Tip: Gerade wenn die Haushaltskasse knapp ist, beginnen Sie zuerst bei tierischen Produkten mit der Umstellung auf Bio. Damit haben Sie zwei positive Effekte: Sie tun etwas für Ihre Gesundheit und für die Lebensqualität von Tieren. Zwei Dinge auf einmal, das ist doch toll, oder?

In diesem Zusammenhang empfehle ich auch den Kauf von Produkten mit dem EU-Biosiegel. Obwohl hier Kompromisse erlaubt sind, ermöglicht dies doch immer mehr Bauern einen Umstieg auf Bio, die Kunden bekommen bessere Produkte als bisher, und zeigen den Lebensmittelkonzernen deutlich, was sie haben möchten und was nicht.

Auch wenn einige 150%ige Alternative hier aufschreien, es wird sich nur etwas ändern wenn Bionahrung zum normalen Einkauf der breiten Masse gehört. Produkte mit hochwertigeren Biosiegeln kaufen Sie dann, wenn es Ihr Geldbeutel zulässt, mit der Zeit wahrscheinlich immer öfter. Nach und nach wird sich so der Landbau hin zu ökologisch verschieben. Sonst bleibt es dabei: Ein paar hochwertige Lebensmittel für eine gewisse Elite, der große Rest bleibt der Agrarindustrie versklavt.

Mein Wunsch ist: Bio für alle.

   

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