Versteckter Elektrosmog - Dirty Electricity

Elektrosmog wird nicht nur durch leicht erkennbare Quellen wie Mobilfunk oder Hochspannungsleitungen erzeugt. Viele Verursacher lauern versteckt im Haushalt. Von Elektrogeräten und Stromleitungen abgestrahlte Hochfrequenz nennt man "Dirty Electricity".

Etwas grundsätzliches vorweg: Grenzwerte für elektromagnetische Störstrahlung sind nur so bemessen, daß Handy, Fernseher und Computer nebeneinander funktionieren. Einfach ausgedrückt. Also alles das, was uns die Industrie heute verkaufen will. Wirkungen auf andere Anwendungen oder die Gesundheit werden ausgeblendet. Solange alle technischen Geräte in Haushalt und Büro funktionieren, bekommt Otto Normalbürger nichts von Störstrahlungen mit.

Wertvolle Hinweise erhalten wir heute hauptsächlich von den Personen, die sich mit den von "verstecktem Elektrosmog" am meisten betroffenen Frequenzbereichen beschäftigen: Den Radioamateuren. Bis in die 80er/90er Jahre konnte man einfach einen Weltempfänger auf den Wohnzimmertisch stellen und Radiostationen aus aller Welt hören. Das ist heute vor allem in Städten kaum noch möglich, wegen des enorm gestiegenen Störpegels. Abgestrahlt von Millionen kleiner Hochfrequenzsender in den Wohnungen. Darum kommen aus Kreisen der Kurzwellenamateure die größten Proteste, die Industrielobby ist bis jetzt leider stärker. Viele Baubiologen übersehen den Frequenzbereich von 100kHz bis ca. 100MHz. Bei folgenden Beispielen für Elektrosmog-Quellen greife ich immer wieder auf die Messungen und Erfahrungen der Kurzwellen-Leute zurück.

Energiesparlampen und LED-Lampen

Nachdem die bewährte Glühlampe völlig übereilt und sinnlos verboten wurde, verbreiten sich die Alternativen in Form von quecksilberhaltigen "Energiesparlampen" oder LED-Lampen. Letztere sind prinzipiell die bessere Variante, sie enthalten kein Quecksilber. Die theoretisch sehr lange Lebensdauer von LEDs kann werbewirksam vermarktet werden, die wirkliche Lebensdauer der Lampe hängt aber vom gesamten Aufbau aller Teile ab. Hier gibt es genügend Schwachpunkte wo Hersteller minderwertig arbeiten können.

Uns interessieren hier die elektromagnetischen Abstrahlungen. Beide Lampen-Arten haben ein gemeinsames Problem: Sie funktionieren nicht direkt an 230V Wechselspannung. Sie benötigen ein Zusatzgerät, um die passende Stromversorgung zu sichern. Im Prinzip ist dies nichts anderes als ein Schaltnetzteil, das ganz klein im Sockel der Lampen eingebaut wird. Daraus ergeben sich zwei Probleme:

- Schaltnetzteile "zerhacken" die Netzspannnung, was hochfrequente Störspannungen erzeugt. Diese Störsignale verbreiten sich über die Elektroleitungen im ganzen Haus. Die Leitungen wirken als Antenne und strahlen den Störnebel im Haus ab, teilweise bis in die Nachbarschaft.

- Diese Abstrahlungen können wirksam unterdrückt werden. Allerdings ist in den kleinen Fassungen kaum Platz für Entstörbauteile, und aus Profitgier werden sie häufig weggelassen. Dabei wären 50 Cent mehr für ein gutes Produkt doch wirklich kein Problem.

Stellvertretend für die vielen verschiedenen Bauformen von LED-Lampen ist dieses Video aufschlußreich. Hier werden die Störabstrahlungen gemessen:

 

Wie man sieht, schneiden selbst Produkte bekannter Markenhersteller äußerst schlecht ab. Die Ergebnisse bei Lampen mit E-Sockel (klassische Glühbirnenform) und GU-Sockel sind identisch.

Messungen zu quecksilberhaltigen Lampen führe ich gar nicht erst an, sie haben im Haushalt nichts zu suchen. Im Durchschnitt ist ihr Störpotenzial ähnlich unterschiedlich wie bei LED-Lampen.

Fazit: LED-Lampen können eine gute Alternative zu Glühlampen sein, wenn sie fachgerecht hergestellt werden. Ob gut oder nicht kann wegen der Typenvielfalt und ständig neuer Modelle nur die Messung im Einzelfall zeigen.

Vorschaltgeräte für Halogen-Lampen

Halogenlampen in 12V-Technik benötigen ein Vorschaltgerät, um die 230V Netzspannung auf 12V zu verringern. Bisher machte man das mit einem Transformator, der in Punkto Elektrosmog nur in direkter Nähe problematisch ist.

Wegen neuer Energiesparvorschriften und weil das in Transformatoren benötigte Kupfer immer teurer wurde, setzen die Hersteller heute auf elektronische Vorschaltgeräte. Sie haben das gleiche Problem wie oben beschrieben: Sie stellen einen kräftigen Hochfrequenzsender dar, der meistens schlecht oder gar nicht entstört ist. Wenn die ganze Leuchte im Möbel-Mitnahmemarkt 20 Euro kostet, wieviel wird davon für Entstörmaßnahmen verwendet? Meistens nichts.

Abhilfe: Verwenden Sie Halogenlampen in 230V-Technik. Kein Vorschaltgerät - kein Elektrosmog. Die 12V-Lampen wurden wahrscheinlich nur notwendig wegen der Modewelle, Seilzüge mit frei aufgehängten Lampen daran zu spannen. Verwendet man vernünftige Lampen mit isolierten Leitungen, kann man problemlos die störarme 230V-Technik benutzen.

Schauen Sie also beim nächsten Leuchtenkauf genau hin, welche Technik der Hersteller vorgesehen hat. Diese Vorschaltgeräte können auch sehr versteckt eingebaut sein.

PLC - Powerline Communication

Was ist PLC? Eine Technik, um digitale Daten, z.B. Internet, über Stromleitungen zu transportieren. Die bei uns verkauften Geräte werden dLAN, PowerLAN, Homeplug, Inhouse-PLC oder ähnlich genannt.

In den Anfangszeiten des Internetbooms war DSL an vielen Orten nicht verfügbar. So witterten die Stromversorger eine Chance, über ihre Stromleitungen das Internet mitels PLC in die Wohnungen zu bringen und so am Boom mitzuverdienen. Aufgrund technischer Probleme, massiver Funkstörungen bei Militär, Flugfunk, Rettungsdiensten usw., und angesichts der Tatsache, daß sich DSL rasant verbreitete und einen viel schnelleren Internetzugang bot, wurde PLC zur Großraumversorgung eingestellt, in einigen Staaten sogar verboten.

Sollten die Entwicklungskosten tatsächlich in den Sand gesetzt worden sein? Nein, pfiffige Geschäftsleute rochen die Möglichkeit, das Zeug dem Bürger für seine Wohnung anzudrehen. In Symbiose mit WLAN-Herstellern hämmerte man den Kunden ein, Kabel seien etwas schlechtes und altmodisches. Mit PLC könne man doch wunderbar den DSL-Router in der Besenkammer mit dem PC im Arbeitszimmer verbinden. Auch einige Baubiologen und "Elektrosmogberater" empfehlen PLC als "strahlungsarme" Alternative zu WLAN. Was sie Ihnen nicht sagen (oft aus Unwissenheit): Die PLC-Geräte sind breitbandige Hochfrequenz-Sender. Und zwar beide Endgeräte, Ihr Computer empfängt ja nicht nur Daten aus dem Internet, er sendet auch zurück.

Verwendet werden meist Frequenzen im Bereich 2-30MHz, teilweise bis 68MHz, Tendenz steigend. Die ungeschirmten Elektroleitungen im Haus strahlen diese Signale ab, was ein Student der Nachrichtentechnik bereits im ersten Semester lernt. Da in der Wohnung überall Leitungen sind, kann man diesem Störfeld nicht entgehen. Man lebt also in der Antenne. Bei WLAN könnte man wenigstens durch mehr Abstand etwas verbessern, bei PLC besteht diesbezüglich keine Chance. In einem Artikel las ich die Überschrift: "PLC - Wenn die ganze Wohnung strahlt".

Es sind Fälle von Elektrosensiblen Personen bekannt, die ohne technisches Wissen die Beeinträchtigungen durch PLC gespürt und die Geräte wieder entfernt haben.

Die Hersteller geben an, im Sicherungskasten oder spätestens am Stromzähler würden die Signale blockiert, so daß nichts nach außen dringt. Wie soll das gehen? Funksignale durchdringen Wände, was soll da ein Stromzähler abhalten? Bis zu 150m und weiter wurden die PLC-Signale empfangen. Momentan arbeiten Lobbyisten daran, die Grenzwerte und die Strahlungsleistung noch weiter zu erhöhen.

Folgendes Video zeigt eine gute Demonstration: Eine Person mit Kurzwellenradio nähert sich einem Haus mit installierten PLC-Adaptern. Bereits in 40m Entfernung kann die vorher gut empfangbare Station nicht mehr gehört werden, weil die starken PLC-Signale sie platt machen. Wie mag der Störpegel wohl im Haus sein?

 

Die Verwendung von Funkfrequenzen ist international geregelt. PLC hat keine Frequenzen zugeteilt bekommen, bewegt sich also im Graubereich. Sollte irgendein offiziell genehmigter Funkdienst durch Ihr PLC gestört werden (dazu gehört auch der Empfang von Rundfunksendungen), müssen Sie Ihre PLC-Geräte stilllegen. Umgekehrt: Wird Ihr PLC durch andere Dienste, deren Geräte vorschriftsmäßig betrieben werden, gestört, haben Sie das Nachsehen. Zuständig ist die Bundesnetzagentur.

Fazit:
Egal wie wir es ansehen, ob gesundheitlich oder technisch, PLC ist eine mangelhafte Technik, die mittlerweile sogar über Baumärkte und Lebensmitteldiscounter verhökert wird. Die Kunden greifen zu, weil sie schlecht informiert sind.

Lösung:
Nur LAN-Kabel bietet eine vernünftige Verbindung des Computers mit dem Internet. Korrekt installiert strahlt es selbst keine Störungen ab, und wird auch durch Störquellen von außen nicht beeinflußt. Schauen Sie sich Computernetzwerke in großen Firmen an: Die Profis verwenden immer Kabel. Netzwerkkabel sind preisgünstiger, technisch hochwertiger und einfacher zu konfigurieren als WLAN oder PLC. Letzgenannte Techniken bieten zusätzliche Schwachstellen für das Abhören von außen, Netzwerkkabel nicht.

In jeder Wohnung kann ein Netzwerkkabel unauffällig verlegt werden. Bei Neubauten und Renovierungen sollten grundsätzlich Netzwerkdosen für jedes Zimmer vorgesehen werden.

 

Plasmafernseher

Die Bildpunkte von Plasmabildschirmen bestehen aus kleinen gasgefüllten Kammern, die ähnlich einer Leuchtstofflampe bei Bedarf "gezündet" werden. Dazu sind im Vergleich zu TFT-Bildschirmen relativ große Energiemengen erforderlich. Ein Plasmabildschirm verbraucht deutlich mehr Strom als TFT. Vor Jahren war Plasma-TV bei großen Bildschirmdiagonalen gefragt wegen der damals noch besseren Bildqualität. Mittlerweile haben TFT-Bildschirme stark aufgeholt, immer mehr Anbieter verabschieden sich von Plasma-TV. Trotzdem sind diese Geräte noch zu kaufen.

Für uns ist das Störpotenzial wichtig. Wegen der Millionen von "Zündungen" pro Sekunde und des hohen Stromverbrauchs erzeugen Plasmabildschirme eine starken Störpegel, der über die Netzteile auch ins Stromnetz abgestrahlt wird.

Im folgenden Video wird gezeigt, wie stark dieser Störpegel in 50 Meter Entfernung ist. Die tatsächliche Reichweite dieser "Zündfunken" liegt noch höher.

 

Zahlreiche Plasmafernseher wurden aufgrund von Störmeldungen bereits durch die Bundesnetzagentur stillgelegt. Wenn Sie sich etwas gutes tun wollen, verzichten Sie auf Plasma-TV, es gibt bessere Techniken.

Geräte mit verstecktem Funkmodul

Immer mehr Unterhaltungsgeräte verfügen über eine Funkschnittstelle, ohne daß der Benutzer dies auf den ersten Blick ahnt. Beruhend auf den zwei merkwürdigen Ansichten, alles mit dem Internet verbinden zu müssen, und Kabel seien schlecht, werden die Geräte mit einem Funkmodul versehen.

Smart-TV
Ein "smarter" Fernsehapparat kann Internetseiten darstellen und Filme aus dem Internet laden. Wie kommt er an die Daten? Natürlich per WLAN. Doch wozu soll ein "Smart-TV" überhaupt gut sein? Möchten Sie, daß über Internet mitprotokolliert werden kann, wann Sie welche Sendungen anschauen? Vernünftiger Fernsehempfang erfolgt über Satellit oder DVB-T.

Internetradio - Webradio
Es gibt Geräte, die ausschließlich oder parallel zum gewohnten AM/FM/DAB-Rundfunk die Wiedergabe von Internetsendern ermöglichen. Dazu benutzen sie WLAN, ein richtiger Netzwerkanschluss ist selten vorhanden.

MP3-Player - Ipod
Manche MP3-Player, vor allem etliche Ipod-Modelle von Apple, verfügen über eine WLAN-Funktion.

Tablet-PCs - Ipad
Die immer beliebter werdenden "Schmierbretter" sind mit anständigen Schnittstellen äußerst spartanisch ausgestattet. Nahezu alles läuft über WLAN. Schließlich will man ja bequem auf dem Sofa lümmelnd ohne Kabel die Zeitung lesen oder auf Facebook surfen.....

Ebook-Reader
Auch sie verfügen aus Design-Gründen außer der Ladebuchse über keinen weiteren Anschluß. Die Daten gelangen nur über WLAN auf das Gerät. Es gibt sogar Modelle, die GSM oder UMTS eingebaut haben, also digitalen Mobilfunk. Damit kann man auch auf der Parkbank oder am Strand ein neues Buch aus dem Webstore nachladen. Der Anbieter weiß gleichzeitig, wie weit ich mit dem Lesen bin, und welche Lesezeichen und Kommentare ich eingegeben habe. Braucht man das?

Weitere Geräte mit Funkmodul sind bereits auf dem Markt. Digitalkameras, Stereoanlagen, Drucker usw. Es werden immer mehr. Eifrige Werbetrommler bereiten ihre Kundschaft schon auf das "Internet der Dinge" vor. Das würde bedeuten, der Kühlschrank, das Bügeleisen, die Heizung, die Lampen und alle möglichen anderen Geräte bekämen einen Internetanschluss mit eigener IP-Adresse. Natürlich über WLAN, PLC oder DECT. Doch es gibt einen einfachen Schutz vor schleichender Entmündigung und Verblödung: Nicht kaufen.

Generell:
Da man den Geräten ihre versteckten Funktionen nicht mehr ansieht, ist es beim Kauf wichtig, die Bedienungsanleitung und die Technischen Daten genau zu studieren. Erst dann ist man ein mündiger Kunde. Sollte darin etwas von WLAN, Bluetooth, GSM, DECT, GSM, UMTS, LTE, Wireless o.ä. stehen, dann überlegen Sie, ob das für die gewünschte Grundfunktion des Geräts wirklich notwendig ist, und ob Sie so etwas wirklich benötigen.

Manche Geräte bieten die Möglichkeit, die Wireless-Funktion abzustellen. Sind Sie sicher, daß das Modul dann auch wirklich abgeschaltet ist? Oftmals wird die Drahtlos-Funktion zwar von der Software nicht mehr genutzt, das Funkmodul ist trotzdem noch eingeschaltet. Echte Gewissheit bietet nur eine Messung.

 

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Praxis- und gesundheitsorientierte, preisgünstige Messung von Elektrosmog und Beratung bei Ihnen zuhause.


Weitere Infos: www.hpschoenhardt.de/elektrosmog.html


   

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