Elektrosmog

Was ist Elektrosmog? Gefährdet er die Gesundheit? Dieses Thema wird heftig diskutiert. Da es den meisten Menschen am grundlegenden physikalischen und biologischen Wissen fehlt, sind sie leicht manipulierbar. Hier der Versuch eines ganzheitlichen Überblicks.

Was ist Elektrosmog?

Smog ist ein Kunstwort und bezeichnet ursprünglich stark erhöhte Schadstoffkonzentrationen in der Luft. So stark, daß man sie sieht und riecht. Elektromagnetische Felder kann man weder sehen noch riechen, trotzdem finde ich den Begriff Elektrosmog passend. Und zwar für die Fälle, wo elektromagnetische Felder entweder so stark werden, daß sie die Gesundheit beeinträchtigen, oder die Summe mehrerer Felder und ihre ständige 24-Stunden-Präsenz zum Risiko werden.

Diese Situation haben wir mit steigender Tendenz seit ungefähr den 1990er Jahren. Davor waren Mobiltelefone (GSM, UMTS, LTE), WLAN, dLAN (PLC), Schaltnetzteile, Bluetooth, Plasmafernseher, Energiesparlampen umd vieles mehr weitgehend unbekannt bzw. äußerst selten eingesetzt. Wie die unterschiedlichen Wirkungen elektromagnetischer Felder sich auf die Gesundheit auswirken oder nicht, erörtere ich weiter unten.

Ein kurzer Rückblick

Ein Mobiltelefonnetz gab es schon früher, aber in analoger Technik, mit wenigen Sendestationen, und teuer. Ein Wechsel von einer Funkzelle in die andere war schwierig. Bis man den GSM-Standard entwickelte, der einfaches mobiles Telefonieren versprach, egal an welchem Ort oder in welchem Land man  sich gerade aufhält. Für dieses GSM-Netz sind sehr viele Funkzellen notwendig, eine einzelne Basisstation hat je nach Lage höchsten ein paar Kilometer Aktionsradius. Zudem kann sie nur eine betimmte Menge an Teilnehmern gleichzeitig bedienen, darum gibt es in Ballungsräumen so viele Stationen. Man kann sich vorstellen, wieviele Basisstationen allein für die Abdeckung Deutschlands oder Europas notwendig sind.

Das erzeugt enorme Kosten, woher soll das Geld kommen? Hier war Otto Normalbürger plötzlich gefragt. Geschickte Werbestrategen verkauften Handys als "must-have". Wer "in" sein wollte, musste eines haben, natürlich das neueste Modell. Und so stürzten sich Millionen von Käufern auf die noch recht teure Technik und finanzierten so das GSM-Netz für die Wenigen, die es wirklich benötigten. Doch nicht nur ein Netz, sondern gleich vier (Telekom, Vodafone, O2 und Eplus). Also ist in Deutschland die Zahl der nötigen Basisstationen mit 4 zu multiplizieren.

Als bald jedes Kind ein Handy hatte und das Internet bereits weit verbreitet war, wollte man dieses auch mobil nutzen. Also wurde UMTS entwickelt für höhere Übertragungsraten. So kam neben jede GSM-Station noch eine UMTS-Station. Der neueste Schrei ist LTE, was uns weitere Sendestationen beschert. Ursprünglich gedacht für entlegene Dörfer oder Gehöfte, für die ein eigenes Glasfaserkabel zu verlegen sich (rein finanziell) nicht lohnen würde, entwickelt sich die Technik mehr und mehr zur Befriedigung gelangweilter Smartphonebenutzer, die sich beim Warten auf den Bus ein paar youtube-Videos in HD "reinziehen" müssen. Wer unterwegs wirklich solch hohe Datenraten benötigen sollte ist mir schleierhaft.

Parallel zur Internetwelle lief eine Werbekampagne, die den Käufern Kabel als schlecht und rückständig einredete. "Wireless" heißt das Zauberwort. Obwohl ein Kabel das einfachste der Welt ist - einstecken, fertig - musste plötzlich alles eine Funkschnittstelle (WLAN, DECT, Bluetooth etc.) haben. Der DSL-Router, der Laptop, das schnurlose Telefon, das Radio, das Handy, die Spielkonsole, der "Smart"-TV usw. Statt einfach ein Kabel einzustöpseln, werden seither Millionen Wohnungen, Büros, Geschäfte, Lokale, Hotels und selbst öffentliche Plätze zusätzlich verstrahlt, 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Die als angeblich harmloser Ersatz für WLAN angepriesene Technik, Computerdaten über die Stromleitung zu transportieren - PLC (Power Line Communication), dLAN oder ähnlich genannt - strahlt auch, nur anders. Sie leben dann halt in der Antenne statt daneben....

Noch etwas lief in den letzten Jahrzehnten parallel: Die Einführung der CE-Kennzeichnung. Sie bedeutet nichts anderes als die Abwälzung der Verantwortung von staatlichen Prüfstellen auf die Wirtschaft. Hersteller und Importeure dürfen sich selbst die Einhaltung von Normen und Grenzwerten bescheinigen, was auch die Emission von elektromagnetischen Feldern betrifft. Stichproben von Behörden sind selten. So verwundert es nicht, häufig Produkte auf dem Markt zu finden, die die geforderten Grenzwerte (die häufig eh schon lasch ausgelegt sind) nicht einhalten. Darum wird das Zeichen auch scherzhaft "Chinese-Export" genannt. Viele elektronische Geräte, von der Energiesparlampe über den Dimmer bis zum Schaltnetzteil und Plasma-Fernseher, erzeugen ein ständig vorhandenes Störfeld, unbemerkt vom Verbraucher.

Verschärft wurde die Situation zudem von angeblichen Energiespar-Fachleuten mit Tunnelblick, die zwar den etwas geringeren Stromverbrauch einer Energiesparlampe oder eines Schaltnetzteiles sahen, aber nicht deren Nebenwirkungen. Schützen kann sich der Einzelne nur durch bewußtes Kaufverhalten, und indem er die tatsächlichen Emissionen in seinem Umfeld messen läßt.

Ich denke Sie verstehen nun besser, warum der Begriff "Smog" heute wirklich zutrifft im Gegensatz zu früher, als es im wesentlichen nur ein paar außerhalb gelegene Radio- und TV-Sendestationen gab. Nun zu den physikalischen und biologischen Grundlagen.

Definition von Strahlung

Man unterscheidet prinzipiell in ionisierende und nichtionisierende Strahlung. Zur ionisierenden Strahlung rechnet man alle Strahlungen, deren kinetische Energie (bei Teilchen) bzw. Quantenenergie (bei Wellen) ausreicht, um Elektronen aus einem Atom oder Molekül herauszulösen. Dazu benötigt man hohe Energien, diese Energiedichte haben  nur Frequenzen oberhalb des sichtbaren Lichts. Dazu gehören UV-Strahlen, Röntgenstrahlen und Gammastrahlen. Von all diesen ist bekannt, daß sie die DNS schädigen und somit Krebs auslösen können.

Uns interessiert hier das Frequenzspektrum der nichtionisierenden Strahlung von 16,7 Hertz (Hertz=Schwingungen pro Sekunde) bis in den Mikrowellenbereich (Gigahertz). Wellen in diesem Frequenzbereich können nach aktuellem Wissen keinen Krebs direkt auslösen(1). Auch wenn das Wort "Strahlung" gefährlich klingt und eigentlich nur für ionisierende Strahlung verwendet werden sollte, hat es sich in unsere Sprache eingebürgert. Wir sollten es erst mal neutral sehen, denn schließlich "strahlt" auch unsere Taschenlampe Licht ab, ohne daß wir uns davor ängstigen müssten.

Genaugenommen sprechen wir hier über elektromagnetischen Felder. Sie haben eine elektrische und eine magnetische Komponente, darauf möchte ich hier aber nicht näher eingehen.

Das Verständnis über ionisierende und nichtionisierende Strahlung ist wichtig. Mobilfunklobbyisten argumentieren gerne damit, daß die benutzten Frequenzbereiche ja gar keinen Krebs auslösen könnten, und damit wäre alles gut. Wir werden sehen.

Thermische Wirkung

Mittels Radiowellen kann man Gewebe erwärmen. Diesen Effekt macht man sich in der Medizin zunutze oder kennt ihn vom Mikrowellenherd. Dabei werden aber wesentlich höhere Leistungen benutzt als bei Mobilfunk oder WLAN. Aktuelle Grenzwerte schützen uns meines Wissens genügend vor thermischen Effekten. Langes Telefonieren mit dem Handy am Ohr würde ich sowieso niemandem empfehlen.

Argument: Statistiken belegen kein Krebsrisiko durch Elektrosmog

"Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." Dieses geflügelte Wort deutet an, daß man mit Statistiken alles belegen kann, so oder so. Wen wundert es auch, nur verharmlosende Studien in den Medien zu finden, wenn diese meistens aus Industrie- und Mobilfunkkreisen "gesponsort" werden? Zugegeben, seit Einführung der verschiedenen Mobilfunktechniken beobachten wir nicht gerade ein erheblich gestiegenes Dahinsterben von Personen an Krebs.

Doch das ist ja gerade das falsche an der Argumentation! Alles konzentriert sich auf Krebs, und wenn der nicht häufiger wird, dann soll alles gut sein? Was ist mit anderen Symptomen? Verschiedene tatsächliche Wirkungen von Elektrosmog werden wir nun betrachten.

Auch wenn die kinetische Energie, bzw. Quantenenergie, sowie die thermische Wirkung möglicherweise nicht genügen, um in direkter Wirkung Krebs zu erzeugen, so existieren doch indirekte Wirkungen und vielerlei andere Symptome außer Krebs.

Rhythmische Störung der Gehirnfunktion

Der bekannte Phsyiker und Hirnforscher Günter Haffelder machte mit seinen speziellen EEG-Messungen (unter Verwendung der Fourier-Transformation) interessante Beobachtungen am Gehirn. Das Gehirn funktioniert nicht statisch, sondern dynamisch, es hat seine eigenen Rhythmen.

Unter Beeinflussung von periodischen Signalen kann die Funktion außer Tritt geraten. Von einfachen Konzentrationsstörungen über Schlafstörungen bis zu schwereren Symptomen ist vieles möglich. In Haffelders Messprotokollen ist deutlich sichtbar, wie das Gehirn unmittelbar auf elektromagnetischen Stress von außen reagiert. Im täglichen Leben wundern sich manche nur, daß das Kind schlecht lernt, oder man sich schlecht konzentrieren kann. Da für viele Menschen dies seit Jahren ein Dauerzustand ist, wird er nicht mehr wahrgenommen.

Früher war mir nicht klar, warum gepulste Signale schlechter sein sollen als konstante. Nachdem ich obige Messungen sah, wurde es mir klar. Dazu ein paar grundlegende Informationen zum Gehirn:

Viele bewußte und unbewußte Prozesse müssen miteinander synchronisiert werden. Durch die Sinne nehmen wir bis zu 60 Milliarden Bits pro Sekunde wahr. Das Bewußtsein kann aber nur 20.000 Bits pro Sekunde verarbeiten. Dazu müssen die meisten Informationen ausgefiltert und die verbliebenen im Takt mit dem Gehirn synchronisiert werden. Ein Extremfall, wo die interne Synchronisation nicht mehr funktioniert, ist z.B. ein Blackout bei Prüfungsstress.

Das Gehirn arbeitet mit verschiedenen Rhythmen, die man im EEG messen kann. Die wichtigsten hier im Überblick:

Beta 14-28Hz logisches Denken, aktive Aufmerksamkeit
Alpha 7-14Hz entspannte Konzentration, ruhiges, gelassenes Denken
Theta 3,5-7Hz ruhiger Zustand, Tagträumen, Kreativität, Schlaf
Delta 0,1-3,5Hz Tiefschlaf, Trance

Die Informationsverarbeitung im Gehirn funktioniert über elektrische Signale. Somit ist es kein Wunder, daß Prozesse im Gehirn durch elektrische Signale von außen gestört werden können, vor allem wenn periodische Signale ständig dazwischenfunken. Beispiel: Ein tropfender Wasserhahn oder das Ticken der Uhr stören uns viel mehr als das konstante (leise) Rauschen eines Baches.

Welche Geräte senden solche periodischen Signale aus? Im wesentlichen WLAN, Mobilfunkstationen/-telefone, DECT-Telefone (schnurlose Telefone) und andere digitale Funkübertragungsverfahren. Doch selbst bei relativ niederfrequenten Signalen konnte Günter Haffelder einschränkende Wirkungen auf das Gehirn feststellen, z.B. durch schlecht konstruierte Lampendimmer. Diese Geräte "zerhacken" den Strom, wodurch elektromagnetische Spitzen im 50- bzw. 100-Hertz-Rhytmus entstehen. Diese Spitzen sind oft so stark und steil, daß sie heftige Oberwellen erzeugen und über das umgebende Stromnetz abstrahlen.  Bei eigenen Messungen stellte ich Störungen durch Energiesparlampen, Schaltnetzteile und ähnliches bis in den Megahertzbereich fest.

Biochemische Störung des Gehirns

Die Blut-Hirn-Schranke ist ein sehr wichtiger Schutz unseres Gehirns, es wird dadurch vor vielen Schäden durch Giftstoffe bewahrt. Haffelder stellte fest, daß sie bis zu einem Leistungspegel von -16dBm standhält. Sollte das Feld aber lange Zeit einwirken oder stärker werden, so geht die Schranke auf und Toxine gelangen ins Gehirn.

Dadurch sind vielfältigste Krankheitssymptome möglich. Der Ursprung der Krankheit bleibt unklar, Symptome wechseln möglicherweise häufig, gängige Therapien sprechen nicht an. Viele Therapeuten kennen solche Fälle, es werden immer mehr. In einigen Fällen - wo der Therapeut an Elektrosmog dachte - waren dramatische Verbesserungen zu beobachten, nach Entstörung der Wohnung oder Umzug.

Pegel oberhalb von -16dBm entstehen selbst durch starke Rundfunksender selten, dafür sind sie zu weit weg. Wohl aber durch die kleineren Sender für Mobilfunk, WLAN usw. in direkter Nähe. Die Feldstärke ändert sich mit der Entfernung nicht linear, sondern logarithmisch. D.h. wenn ein Sender in einer bestimmten Entfernung einen gewissen Pegel erzeugt, so ist dieser Pegel in der doppelten Entfernung nicht halb so groß, sondern nur noch ein Viertel. Kritisch sind also Hochfrequenz-Emissionen in unmittelbarer Nähe. Eine Mobilfunkbasistation in 500m Entfernung erzeugt in der Wohnung meist einen geringeren Pegel als WLAN, DECT usw. in direkter Nähe.

Fazit:
Auch wenn "Fachleute" immer wieder darauf hinweisen, daß Mobilfunkfelder die DNS nicht schädigen könnten, und Statistiken keine Erhöhung der Krebsraten zeigen würden, gibt es genügend fundierte Hinweise auf vielfältige Schäden durch Elektrosmog. Direkt ausgelöste, dramatische Krankheitsverläufe scheint es selten zu geben. Wohl aber ein langsam und schleichend beginnendes Dahinsiechen.

Auch wenn jemand nicht körperlich krank ist - schon die Einschränkung der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung des Gehirns kann für den Betroffenen und seine Umgebung eine Belastung sein. Erwachsene können das oft kompensieren, Schulkinder fallen gleich auf als lerngestört oder zappelig. Alle nach ca. 1990 geborene kennen nur den Zustand mit Mobilfunk usw., man weiß gar nicht, welches Potential verfügbar wäre ohne elektromagnetischen Dauereinfluß.

Über die Störung des Gehirns wird auch das Immunsystem beeinträchtigt. Ein gestörtes Immunsystem kann viele Krankheitssymptome bedeuten, natürlich auch Krebs. Krebs ist so wie viele andere Erkrankungen auch ein multifaktorielles Geschehen, d.h. er entsteht selten nur durch einen Einfluß, sondern durch viele. Jeder Einfluß kann der berühmte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Darum ist es wichtig, die Summe krankmachender Einflüsse so gering wie möglich zu halten.

Funkanwendungen: Nur mit Sachverstand und Bewußtheit.
Und nicht, wenn es bessere Alternativen gibt.



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Weitere Infos: www.hpschoenhardt.de/elektrosmog.html





Quellen: u.a. Vortrag von Günter Haffelder in Kirchzarten, Mai 2009

Weitere Informationen:
- Mobiltelefone stören den Schlaf
- WHO klassifiziert Mobilfunk als "möglicherweise krebserregend"
- Studie belegt Einfluss elektrischer Felder auf Hirnaktivität
- Wissenschaftlervereinigung warnt: Mobilfunk-Nutzung fördert Stress und Burn-Out
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- Studie offenbart Verbindung zwischen mobilem Vieltelefonieren und oxidativem Zellstress als Hauptrisikofaktor für Krebs


(1) Es gibt den bekannten Fall der geschädigten Radartechniker bei Bundeswehr und NVA. Radarwellen gehören eigentlich zu den nichtionisierenden Strahlen. Die Techniker waren aber über Jahre hinweg sehr hohen Dosen ausgesetzt, und vor allem strahlten die damaligen militärischen Geräte im geöffneten Zustand Röntgenstrahlen, also ionisierende Strahlung, ab.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitssch%C3%A4den_durch_milit%C3%A4rische_Radaranlagen

 

   

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